
Das Projekt BALEIA JUBARTE CABOVERDE hat im Frühling
1999 begonnen und konnte bis jetzt nur Dank der Teilnahme von interessierten
Laien bestehen.
Seit 2000 liegt die Initiative und die Organisation bei Beatrice Jann, einer
Schweizer Biologin.
Ab 2002 sind auch Vertreter/eine Vertreterin des Fischerei Instituts der Kapverdische
Inseln mit dabei sein.
Aber es handelt sich nicht um einen Plausch-Törn: Der wissenschaftliche Aspekt wird im Vordergrund stehen und bestimmen, wie der Ablauf des Törns sich gestalten wird, welche Routen man nehmen wird, wie lange man wo bleiben wird. Die Atmosphäre an Bord ist gelöst und familiär, aber die Teilnehmer/innen werden jeden Tag beim Segelsetzen und bei den Walbeobachtungen, beim Filmen und Fotographieren der Tiere mitmachen. Die einzelnen Aufgaben werden den Teilnehmer/innen zuvor erklärt und auf die Möglichkeiten jedes einzelnen abgestimmt.
Während der letzten Törns hat sich gezeigt, dass auch durch die verschiedenen Gewohnheiten der Teilnehmer/innen (die einen stehen früher, die anderen später auf; die einen sonnen sich auf Deck, die anderen Lesen in der "Freizeit"; die einen bleiben länger auf, die anderen gehen früher schlafen, etc.) nie irgendein Gefühl von "Enge" aufgekommen ist. Wichtig ist aber die Rücksichtnahme gegenüber den anderen und eine positive Einstellung zum gemeinschaftlichen Leben und der wissenschaftlichen Arbeit. Wer denkt, sie/er könnte an Seekrankheit leiden, sollte für solch einen Fall schon Mittel (Medikamente, Manschetten, oder anderes) daheim ausprobieren und mitnehmen. Das eigene Wohlbefinden ist sehr wichtig, denn es schlägt sich mit der Zeit unweigerlich auf die Atmosphäre an Bord nieder.
Das Schiff und die Crew sind es gewohnt, touristische
Törns zu offerieren, sie sind dementsprechend ausgebildet und organisiert.
Während der Waltörns aber wird der Schwerpunkt auf dem Aufenthalt
auf See und den Beobachtungen liegen. Die Atmosphäre an Bord spiegelt die
Gelassenheit und Fröhlichkeit des Kapverdianischen Gemütes wieder,
aber es wird trotzdem ein gewisser Einsatz von jedem verlangt. Zudem werden
an drei Abenden Vorträge gehalten mit den folgenden Themen:
· Entwicklung und Biologie der Wale (grosse und kleinere Wale) mit speziellem
Blick auf die 18 verschiedenen Arten, die bis jetzt in den kapverdischen Gewässern
beobachtet worden sind;
· der Buckelwal: Biologie, Verhalten, Vorkommen;
· Akustik im Meer: Kein Reich der Stille!
Die Teilnehmer/innen werden den ganzen Tag von den mitreisenden Forschern betreut. Ein Tag der Woche wird einer Landexkursion gewidmet.
Wir raten zu einem zweiwöchigenTörn, denn es hat sich gezeigt, dass die meisten Teilnehmer/innen etwa 3 Tage brauchen, um sich an Schiff und Leute zu gewöhnen und weitere 2-3 Tage um sich in die Beobachtungsarbeiten einzuleben. Während der zweiten Woche stellt sich dann ein Teamgeist ein, der durch die vermehrten Beobachtungen der Teilnehmer/innen verstärkt wird. Leider sind verschiedene Versuche, neue Leute in der zweiten Woche aufzunehmen, um ihren Wunsch nur eine Woche teilzunehmen zu erfüllen, meist nicht allzu gut verlaufen: DieseTeilnehmer/innen waren manchmal frustriert, weil sie "nicht so viel sahen" wie die anderen, die ja geübter waren, oder fühlten sich "ausgeschlossen" trotz vermehrten Anstrengungen von Crew und Forscherin. Leute, die nur an der erste Woche teilnahmen, hatten meistens nur den anstrengenderen Teil erlebt. Dazu kommt, dass das Wetter nicht immer ideal für die Beobachtungen ist: Es kann sehr stark winden und hohe Wellen haben, aber auf 2 Wochen gab es bis jetzt immer ein paar sehr gute Beobachtungstage.
Die Teilnehmer/innen
werden bei Arbeiten an Bord mitmachen und der wissenschaftlichen Arbeit mithelfen:
Sie werden in Beobachtungswachen eingeteilt, die Tiere fotografieren und filmen,
und im Fall - nach einer entsprechenden Einführung - die Routen und Beobachtungspunkte
mittels GPS (global positioning system) ermitteln und protokollieren, oder helfen
ein Verhaltensprotokoll auszufüllen. Einige der schönsten Fotos der
letzten Jahre wurden von Teilnehmern/Teilnehmerinnen gemacht!
Alle eindeutig identifizierten Wale bekommen einen Namen: Jeder, der speziell
dazu beigetragen hat, einen Wal zu identifizieren darf ihn benennen. Alle anderen
werden nach Möglichkeit, je nachdem wieviel Wale identifiziert worden sind,
einem Tier einen Namen geben können oder eben bei der "Taufe"
teilnehmen. Die einzelnen Aufgaben werden natürlich entsprechend der Möglichkeiten
jedes Einzelnen aufgeteilt!